Unsere Republik und die der anderen

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Der im Exil lebende Präsident Carles Puigdemont verkündete am Tag nach den Parlamentswahlen in Katalonien, welche vergangenen 21. Dezember stattfanden, er sei „stolz auf das Engagement der Katalanen an den Wahlurnen“ in Bezug auf die höchste je erreichte Wahlbeteiligung  bei autonomen Wahlen in der Geschichte Spaniens. Als Befürworter der Katalanischen Republik fühlte ich mich sofort von seinen Worten angesprochen. Als ich mich jedoch daran erinnerte, dass Ciutadans gerade mit über eine Million Stimmen die meistgewählte Partei geworden war, dachte ich, dass der Junts per Catalunya (Zusammen für Katalonien)-Kandidat sich vielleicht ausschließlich an seine Katalanen wandte; wie wenn Arrimadas sagt sie möchte gerne alle Katalanen vertreten und so.

Bei diesem scheinbaren Armdrücken zwischen Gut und Böse klagen wir Unabhängigkeitsbefürworter für Freiheit und Unabhängigkeit auf den Straßen, füllen unsere Reden mit Gerechtigkeit und Demokratie und malen alles Mögliche gelb. Wir wissen, dass unser Einsatz legitim ist, weil er an die Menschenwürde appelliert. Und weil wir schon genug haben und es verdienen.

Gleichzeitig erweckt diese Argumentation einen unter den Verteidigern der Republik ziemlich verallgemeinerten Fußball-Geist: dieses Spiel gewinnen wir so oder so, denn wir sind die Guten und die anderen sind die Bösen. Auf den Tag, an dem die Republik wiederhergestellt und gestärkt ist, werden wir anstoßen… und die anderen sollen sich einfach verpissen. Oder, wie Joan Laporta sagen würde, „que n’aprenguin!“ („Merkt euch das!“). Ich liebe Fußball, doch kommt mir alles ernsthafter vor als ein Spiel von elf gegen elf. Ich kann nicht anders als an die anderen zu denken, weil diese anderen, ob es uns gefällt oder nicht, auch Teil des Landes sind und wir nicht einfach auf einen Knopf drücken und sie verschwinden lassen können.

Gandhi, Mandela oder Luther King u.a., sind Namen, die in den sezessionistischen Dialogen immer öfter zu hören sind. Im Großen und Ganzen gingen diese Persönlichkeiten in die Geschichte ein, weil sie die emanzipativen Bewegungen ihrer Völker unter der Flagge des friedlichen Widerstandes, der Nicht-Gewalt anführten. Eigentlich setzte unser katalanisches Volk dies bereits in den letzten Monaten hervorragend in die Praxis um. Nichtsdestotrotz geht Pazifismus weit darüber hinaus.

Nach 27 Jahren Haft erzielte Mandela die Versöhnung seines  Volkes mit seinen Feinden bzw. Unterdrückern. Ubuntu bedeutet in der Bantu-Sprache ‚Wir sind die anderen‘. Für Mandela wird die eigene Freiheit durch die Freiheit des Anderen verstärkt. Oder, wie man zu sagen pflegt, was man im Anderen sieht, ist eine Widerspiegelung von sich selbst.

Mandelas Worte sind höchst inspirierend und unserer Aufmerksamkeit würdig. Gut, aber Moment mal: wie zum Teufel können wir uns in den anderen wiedererkennen? Faschisten, Falschspieler, Antidemokraten, Reaktionäre, nachtragend, primitiv, oder einfach, Spanier? Sind wir, die Katalanen, denn das alles, Herr Mandela (r.i.p.)?

Sich selbst so zu beobachten mag einem zwar utopisch vorkommen, aber mein Bauchgefühl sagt mir wir werden früher oder später darüber nachdenken müssen. Doch an dem Tag, wenn wir alle zusammen es endlich schaffen, äußere und innere, imaginäre und echte Dämonen abzuschrecken, werden wir schon mit der Katalanischen Republik protzen können, unserer Republik und der der anderen.

(Klicken Sie hier für die katalanische Version des Artikels)

Puigdemont-Foto: rtve.es

Mandela-Foto: Fundación Sonría

Alemany